“Sommerblumen”
Öl auf Hartfaserplatte.
Unten rechts signiert und datiert : “Heinzinger”.
Die anschließende Datierung ist flüchtig an den Bildrand gedrängt,
womit eine eindeutige Lesbarkeit nicht mehr gegegen ist.
Am Naheliegendsten ist wohl [19]49.
Rückseitig nochmals vom Künstler eigenhändig bezeichnet :
“Sommerblumen” / Heinzinger / Mü[nchen] Lipowskystr. 24
Bildgröße : 65 × 45 cm, ungerahmt.
Das Gemälde befindet sich in schöner Erhaltung. Die kleinen Randbereibungen rühren von einem früheren Rahmenfalz her und würden bei neuerlicher Rahmung auch nicht mehr sichtbar sein.
“Albert Heinzinger wurde 1911 in Kempten geboren. Nach vierjähriger Lehrzeit arbeitete er bis 1945 als Chemigraph in München. 1938 bis 1941 verbrachte Heinzinger als politischer Häftling im Konzentrationslager Papenburger Moor. Von 1946 bis 1947 studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Adolf Schinnerer. Seit 1946 ist Heinzinger als freischaffender Künstler in München tätig. Die Darstellung der profanen Wirklichkeit des täglichen Alltages, also der menschlichen Arbeit mit den technischen Formelementen und den Arbeitenden hat Albert Heinzinger zu seinem bevorzugten Anliegen gemacht. Szenen aus der Welt des Arbeiters, sei es auf der Straße oder in einem Industriewerk oder einer Hafenlandschaft, oder auch entsprechende Stilleben sind es, die der Künstler in seinen Arbeiten festhält. Die oftmals stark grafischen Umrißlinien der dargestellten Elemente betonen den technischen und sachlichen Realismus. Albert Heinzinger ist ebenso ein hervorragender Holzschneider, insbesondere seine Farbholzschnitte überzeugen bei oft gleicher Thematik durch Frische und Vitalität. 1968 erhielt Heinzinger den Seerosenpreis der Stadt München und 1971 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz erster Klasse verliehen. Albert Heinzinger ist Präsident der »Neuen Münchener Künstlergenossenschaft« und war auch ein Leiter der Gruppe »Neuer Realismus« sowie Mitglied der Ausstellungsleitung Haus der Kunst. Seit 1949 stellt Heinzinger alljährlich bei der Großen Kunstausstellung im Haus der Kunst in München aus (Neue Münchener Künstlergenossenschaft). Bei zahlreichen repräsentativen Ausstellungen war Heinzinger mit vertreten; zu nennen sind: Quadnennale »Deutsche Kunst von 1905 bis heute« 1957—1958 in Rom und Mailand; »Gegenständliche zeitgenössische Malerei« Wiesbaden 1965; »Deutsche realistische Kunst« in Warschau 1968; »Inter-graphik« 1967 und 1970, (Internationale Graphikausstellung, die in verschiedenen Ländern gezeigt wurde); »Europäische realistische Kunst 1966« in Augsburg; »Gruppe Neuer Realismus« im Pavillon München 1968; Biennale der Ostseestaaten in Rostock 1967 und 1969.
Einzelausstellungen des Künstlers fanden in einigen Städten Deutschlands wie auch der DDR und im Ausland statt, z.B. in Paris 1954; New York 1961; Florenz 1972. Studienreisen führten Heinzinger in beinahe alle europäischen Staaten; ferner Studienaufenthalte im Ruhrgebiet und im Eisenwerk Maximilianshütte. Bedeutende öffentliche Institutionen haben Werke des Künstlers erworben, z.B. die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und die Städtische Galerie München; die Deutsche Akademie Berlin; die Staatsgemäldesammlung Dresden. Über das Werk von Albert Heinzinger sind zahlreiche Publikationen erschienen.” (Hans Kießling : Malerei heute. Münchner Kunstszene 1953-1978. – München, o.J., um 1980)
Weitere Literatur : Richard Hiepe (Herausgeber) : Albert Heinzinger. Maler des Alltags. – Mchn. 1968 (hrk)
145 EUR