Paul Elsas (1896-1981)

Blumenstilleben.

Öl auf Holz, unten links signiert : “Elsas”.

Bildgröße : 32 × 22 cm. – Schlicht gerahmt.

Auf der Rückseite großer Stempel mit der Darstellung von einem Ibis umgeben von ornamentalen Ovalen. – Handschriftlich (offensichtlich vom Künstler selbst) u.a. :
“Durch meine Schuld weil ich eine Verabredung nicht eingehalten habe / Mit vorzüglicher Hochachtung.”

Ein feiner alter, horizontaler Riß in der Holzplatte wurde von der Rückseite gefestigt – auf der Vorderseite kaum merklich u. keineswegs störend.

“… Die frühen 30er Jahre brachten Elsas erste Erfolge in Paris und Kontakte zu den Surrealisten Max Ernst, André Breton und zu Marie Helen Viera da Silva, später setzte er sich mit Marc Chagall und Henri Matisse auseinander. Der Nationalsozialismus raubte ihm, dem jüdischen Deutschen, die Möglichkeit, in Deutschland zu leben und dort auszustellen. In Frankreich wurde er bei Kriegsbeginn interniert – wegen der Judengesetze der Vichy-Regierung musste er untertauchen – knapp entrann er der Deportation in ein KZ. Diese Leidenszeit gab Elsas den Anstoß zu Bildern wie “KZ”, “Jude Angst” oder “Schwerer Gang”. (Andreas Hasenkamp zur Ausstellung “Mein Afrika ist Paris” im Jahre 1999 in Karlsruhe, Landeskreditbank Baden-Württemberg. – Die Ausstellung der Werke v. Paul Elsas konzipierten die Galerie Schlichtenmaier (Dätzingen bei Stuttgart) sowie Elsas’ Neffe Hans-Ludwig Enderle gemeinsam mit der L-Bank).

“Paul Elsas, dessen Vater Vizepräsident des Württembergischen Landtags war, studierte an der Stuttgarter Akademie bei Adolf Hölzel und Christian Landenberger. Nach seiner Studienzeit ging Elsas nach München, wo er Mitglied der Neuen Sezession wurde. In Kollektivausstellungen der Modernen Galerie Thannhauser zeigte er 1921, 1923, 1926 und 1928 seine Werke. 1940 emigrierte der Maler nach Paris. In Frankreich entstand eines seiner Hauptwerke, »Die Flucht nach Ägypten«, zu dem Elsasdurch die Nächstenliebe des Pfarrers von Le Cheylard (Ardeche) inspiriert wurde, der ihn vor der Gestapo gerettet hatte.
Elsas arbeitete in Öl, Aquarell und Pastell. Seine reiche Themenpalette umfaßte Figürliches, Bildnisse und Stilleben. Sein Stil, der anfänglich von den Malern des Barock, hier besonders El Greco, beeinflußt wurde und später Cezannes Stil folgte, hellte sich von anfänglich grauen und braunen Tönen zu einer intensiven Farbigkeit auf. 1956 fand im Stuttgarter Kunstverein eine Retrospektive statt. – Paul Elsas war Mitglied im Reichsverband bildender Künstler Deutschlands, Berlin.”
Literatur : Vollmer, Band II, 1955, S. 32. – Dresslers Kunsthandbuch, Band II, Berlin 1930, S. 221. – Nagel, Schwäbisches Künstlerlexikon, München 1986, S. 37. Werkauswahl : Staatsgalerie Stuttgart : ‘Stilleben’”
Hans-Peter Bühler in : Horst Ludwig : Bruckmanns Lexikon Münchner Kunst, Bd. 5, S. 212, mit Abbildung der Signatur sowie einem Stillleben mit Henkelkrug)