Joseph Sebastian Felix Breidtenauer (getauft 1761 Eichstätt - Wien 1829) : Hermes und Argus. - Pinsel (Grisaille), 1797

Joseph Sebastian Felix Breidtenauer (getauft 1761 Eichstätt – Wien 1829)

[Mythologie : Hermes und Argus]

Pinselzeichnung (Grisaille).

Am unteren Darstellungsrand rechts signiert und datiert :
“Joseph Breidenauer … 1797”

Blattmaß : 36,5 × 46,5 cm.

Wasserzeichen am rechten Blattrand :
C & I HONIG / Wappen mit Lilie (jeweils angeschnitten).

Das Blatt mit mäßigen Papierknitterspuren.
In der vertikalen Mitte Filmoplast-Hinterlegung (= Glättung einer Mittelfalte, kein Riss). Risshinterlegung jedoch am rechten Rand (ca. 3 cm in die Darstellung reichend) und bildseitig auch merklich.

In weitläufiger arkad. Landschaft im Vordergr. rechts der Götterbote Hermes (geflügelter Helm/Merkurstab/Flügelschuhe); mit seinem Flötenspiel hat er den Hirten Argus eingeschläfert. Zwischen beiden das Vieh des Hirten mit der in eine Kuh verwandelten Io. Hermes wird sie befreien u. Argus töten.

Vita : “Die Eltern waren der aus Hochaltingen im Ries als Geselle nach Eichstätt zugezogene Bildhauer Joseph Anton Breitenauer (1722–1785) u. seine Ehefrau, die Eichstätter Bäckerstochter Maria Anna geb. Baier (1728–1790). Joseph Sebastian hatte sieben Geschwister, unter ihnen Ignaz Alexander Breitenauer (1757–1838), der wie der Vater als Bildhauer in Eichstätt wirkte, u. Franz Xaver Breitenauer (1765–1823), der an der Kaiserlichen Akademie in Wien als Bildhauer lehrte. In Eichstätt ist Joseph Breitenauer als Zeichner und Kupferstecher bis 1789 nachgewiesen. Dann ging er nach Wien, wo er 1797 in den Schülerverzeichnissen der Kaiserl. Akad. der bildenden Künste verzeichnet ist und in der Folgezeit als „sehr geschickter Zeichner und Kupferstecher“ wirkte. Auf dem Breitenauer’schen Familiendenkmal in der Kloster- u. Pfarrkirche St. Walburg, geschaffen 1821 von Ignaz Alexander, ist Joseph Sebastian mit Geburtsdatum als zweitletzter verzeichnet. In einem Wiener Künstlerverzeichnis von 1821 ist er als „Porträt-Maler“ genannt, wohnhaft in der Josephstadt Nr. 74. Er starb 1829 verarmt in Wien. Ob er sich, wie im Sterbeeintrag des Magistrats vermerkt, als „Zeichenmeister“ der Wiener Akademie betätigte, ist weiter nicht belegt.
Sein Werk ist nahezu unbekannt geblieben. Vier Zeichnungen, die sich in der Graphischen Sammlung der Universitätsbibliothek Eichstätt befinden und den Namen „Jose: Breüdeneüer“ aufweisen, werden ihm zugeschrieben. 1974 wurde eine größere Tuschmalerei (als Kupferstich-Entwurf?) der Seleukiden-Sage erstmals beschrieben, die laut Erläuterung am Bildrand von „Joseph Breitenauer à Eichstaedt 1785“ geschaffen wurde und ihm (und nicht seinem im August des gleichen Jahres verstorbenen Vater) zugeschrieben wird” (Wikip.)