Hans Olde (1895 Gut Seekamp/bei Kiel - 1987 Gauting/bei München) : Savona (Ligurien). - Aquarell, signiert

Hans Olde (1895 Gut Seekamp/bei Kiel – 1987 Gauting/bei München) :

Savona (Ligurien)

Aquarell,
unten rechts signiert : Olde

Darstellung/Blatt : 29,5 × 40 cm (vollrandig/unbeschnitten).

Ein Lichtrand markiert den vormaligen Passepartoutausschnitt, an den Blatträndern einige kleine Bräunungen. – Ansprechender, stimmiger Gesamteindruck.

Biogramm : “Der Sohn des erfolgreichen Impressionisten und Akad.-Dir. in Weimar und Kassel [Hans Olde d.Ä.) beginnt nach dem Abitur ein Stud. der Germanistik, Phil. und Gesch. in Marburg. Im 1. WK ist er 1914-18 als Freiwilliger an der Westfront (Flandern) eingesetzt. 1919 setzt er sein Stud. an den Univ. Kiel und München fort. 1920 Abbruch des Stud. und Beginn der Malerei in München. 1922 Besuch der Hans-Hofmann-Schule für Bild. Kunst in München. 1924 Schüler von Willy Jaeckel in Berlin. 1926 erste Reise nach Paris, längerer Aufenthalt in der Provence. 1927/28 in Paris an der Éc. de la Grande Chaumière bei Moïse Kisling. Der frz. Einfluss, insbesondere von Henri Matisse, wird erst ab den 1950er Jahren in O.s Malerei dominant. 1934 nach Heirat und Ansiedlung in Gauting, Wirken im dortigen Künstler-Kr. bis zu seinem Lebensende. 1940-44 im 2. WK als Hauptmann in den Ostgebieten. 1944 Verwundung und Rückkehr nach Deutschland. Ab 1946 Beginn der regelmäßigen Reisen, ab 1954 wieder in die Provence, wo neben Lsch. (Alpilles, 1960) eine Ser. von Caféhausbildern entsteht. Die Zeit der großen Malreisen (bis etwa 1975) ist die fruchtbarste Schaffensperiode seines Lebens. Es entsteht ein Zyklus von etwa 40 in Mischtechnik ausgef. Bildern (Kathedralen), die in locker fragm. Ausschnitten das Wesen der mon. Bauten erfassen. O. schafft neben Lsch., Münchener Motiven und Städteansichten (Madrid, Plaza de Cybeles, 1962) auch Porträts (Dr. Eberhard Hanfstaengl, 1959/60); seltener entstehen im Atelier arrangierte Stillleben. Seine spontane, skizzenhaft offene Malweise, die den Unterschied von Öl-Gem. und Aqu. aufhebt, hat nichts Konzeptuelles oder programmatisch Überformtes, seine Themen nichts von einer Problematisierung oder Zergliederung der Welt. O.s Malerei ist unprätentiös und strahlt trotz zweimaliger Kriegserfahrung Lebensfreude und Heiterkeit aus, die er mit leichtem Pinsel in eine lichte Farbigkeit übersetzt. Ab 1955 Beginn einer regen Ausst.-Tätigkeit. Trotz seiner gegen die Zeitströmung gesetzten gegenständlichen Malkunst, erhält O. große Anerkennung: 1978 Ehrengabe der Bayerischen Akad. der Schönen Künste, München; 1979 Seerosenpreis der Stadt München; 1980 Günther-Klinge-Preis, Gauting …” (AKL XCIII, 2017, 290).

145 EUR